Werbung die wirkt

5. Juli 2010

Der US-amerikanische Autor Clemens Samuel Langhorn (besser bekannt unter dem Pseudonym Mark Twain) formulierte einst den Satz:

“Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist derselbe Unterschied wie zwischen dem Blitz und dem Glühwürmchen.” (Brief an George Bainton vom 15. Oktober 1888; veröffentlicht in “The Art of Authorship” von George Bainton).

Eine Weisheit, die bereits Generationen von Kreativköpfen in der Werbung beschäftigt: Welches Wort ist das richtige, welche Formulierung kommt am besten an, mit welchem Gesamteindruck erziele ich die grösstmögliche Wirksamkeit!? Tatsächlich ist es mittlerweile so, dass sich die Werbung (und damit verbunden das komplette Marketing) immer mehr wissenschaftlicher Methoden annimmt, um die grösstmögliche Aufmerksamkeit des Betrachters und damit des Konsumenten zu erzielen.

Internet-User überfliegen die meisten Inhalte nur kurz. Umso schwieriger ist es für den Webdesigner, markante Bestandteile auf den Websites einzubauen, die Aufmerksamkeit erregen, die eine höhere Konversionsrate erzielen. Solche Logos oder speziell formatierte Informationen entscheiden in weiterer Folge darüber, ob der Interessierte verweilt oder flugs weiterklickt. Ob ein Geschäft entsteht oder ob es der Mitbewerber macht. Deshalb sind kommerzielle Homepages auch mit Call-to-action-Elementen oder Buttons (also Links) versehen. Erfolgt ein Click darauf, so gelangt der Interessierte auf sog. “Landing-Pages”, die ganz speziell auf den Anbieter und die Zielgruppe ausgerichtet sind. Damit ist der erste Schritt im Wettkampf um die Aufmerksamkeit gewonnen worden.

Jetzt erst beginnt der kognitive Teil der Wahrnehmung: Die Zielgruppe muss die Informationen auch verstehen, um sie rational und emotional verarbeiten zu können. So wissen beispielsweise nur verkühlte oder gar kranke Personen das weiche, angenehme Gefühl eines guten Taschentuches zu schätzen. Diese Konsumentengruppe muss deshalb auch für die Vorteile des entsprechenden Produktes sensibilisiert werden – ein gesunder Mensch benötigt zumeist kein Taschentuch, wird sich somit auch keines kaufen! Erst wenn diese jeweils sehr wichtigen Einzelschritte gelöst wurden, werden Handlungsimpulse in Form von Kaufsignalen durch den Besucher gesetzt.

Dies gilt für die Website eines Unternehmens – aber selbstverständlich umso mehr für ein Mailing. Denn: Die Homepage wird von einem bereits Interessierten besucht. Beim Mailing muss das Interesse des Lesers vorerst geweckt werden. Täglich erreichen uns Unmengen von E-Mails. Sehr viele Accountbesitzer entscheiden durch die Kurzansicht über sein oder nicht sein, über gelesen oder nicht gelesen werden. Umso wichtiger sind sogenannte Eyecatcher in der Direktwerbung über Mails. Sie glauben gar nicht, wie schnell eine ungewollte, digitale Zusendung weggeclickt wird. Verantworltich hierfür sind die vielen Spams, die auf Potenzmittel, Medikamente und Replikas hinweisen möchten und jeden Tag zu Millionen verschickt werden.

371488_R_K_by_Hans-Snoek_pixelio.deAll das ist bei Mailings über die Post wesentlich einfacher zu bewerkstelligen, da in diesem First-View-Bereich sofort mit der emotionalen Ebene begonnen werden kann. Zielgruppengerechte Kreativität ist der sog. “Türöffner”, der bei so manchem, eigentlich Uninteressierten doch den Entdeckerinstinkt aktiviert. Dies beginnt bereits bei der Auswahl des Kuvert-Designs, geht über zur Faltweise des Inhaltes und endet schliesslich beim Content und dem Response-Element. Durch simple Massnahmen wie einer aussergewöhnlichen Faltung etwa kann die Neugierde des Lesers sofort geweckt werden. So schrieb einst Werner Gaede (Ehrenmitglied des Art Directors Clubs Deutschland) in seinem Buch “Abweichen von der Norm”, dass kreative Werbung immer “ein Regelverstoss ist, den man systematisch herleiten und anwenden kann”. Gerade Banken legen sehr viel Wert darauf, durch solche, abweichende Kreativität auf den eigentlichen Inhalt hinzuweisen. Nicht wenige Kunden entscheiden sich auch beim wöchentlichen Einkauf im Supermarkt immer wieder für die im Vergleich schönere Verpackung!

Mit etwa 20 Sekunden liegt die Entscheidungsphase des Kunden, ob er nun weiterliest oder nicht, bei weitem höher als bei einem digitalen Mailing. Doch: Achtung! Der erste Blick gilt auch hier einem Bild oder Logo! Erfolgt im Content nach einer Headline und der Anrede kein kurzer Dialog mit der Zielgruppe, so hilft auch der schönste Monolog nichts – es wird kein Geschäft folgen! Im schriftlichen Mailing entstehen eine Menge Fragen beim Angeschriebenen (Was will das Unternehmen von mir? Wo liegt mein Nutzen?…). Werden diese beantwortet, so fühlt sich der Kunde wohl und gut aufgehoben! (”Es ist klein. Es ist leicht. Es ist High Tech” brachte beispielsweise für einen Hörgerätehersteller bei der Markteinführung eines neuen Gerätes 38 % Response)

Papier ist geduldig! Verschwindet die Mail binnen Sekundenbruchteilen im grossen Daten-Nirvana und wird niemals wieder hervorgeholt, so bleibt der Brief auch physisch noch so lange präsent, bis er im Aktenordner, dem Altpapier-Container oder im Reisswolf verschwindet (Stapelphänomen – Mails werden ungelesen gelöscht während Post-Mailings beim Abarbeiten  zu Weihnachten oder vor den Sommerferien wieder hervorkommen – es erfolgt eine zeitversetzte Beantwortung!). Ein guter erster Eindruck verstärkt dies, da sich das Gesehene besser setzen kann, um erneut hervorgeholt werden zu können

Selbstverständlich gilt es auch im Werbebrief, die diesbezüglichen Gesetze wie Wettbewerbsrecht oder Datenschutz einzuhalten. Doch stellt diese Möglichkeit keine Gradwanderung zwischen legal und grau dar, da die Zielgruppe ausführlicher und somit intensiver als bei einem digitalen Mailing angesprochen werden kann, wo bereits der erste Satz über das “Gelesen-werden” oder das “Weg-Clicken” entscheidet.

Und übrigens: Der freundliche Briefträger wirft Ihre Zusendung gerne in den Postkasten des Empfängers, da dies nicht zuletzt auch seinen Arbeitsplatz sichert.

Ulrich Stock

Bildnachweis: Hans Snoek – pixelio.de

In Siebenmeilenstiefeln zum Erfolg – Teil 7 (Ende)

28. Mai 2010

Blogschritt7Wir haben es geschafft! Wir sind nun beim siebten und letzten Teil unseres Workshops angekommen!

Falls Sie unsere Reihe aufmerksam verfolgt und auch kräftig mitgearbeitet haben, sind Sie Ihrem Ziel, nämlich eine erfolgreiche Werbeaktion für Ihr Unternehmen zu starten, schon ganz nahe gekommen.

In den vergangenen Wochen haben Sie sich Gedanken gemacht über Ihr Unternehmen, Ihr Produkt, und Ihre Zielgruppe. Sie haben in sich hineingehorcht und analysiert.

Zumeist haben wir unseren Fokus in die Zukunft gelenkt.

Jetzt bleibt noch der Blick in die Vergangenheit, um Ihnen die notwendigen Erkenntnisse zu verschaffen, worin der Erfolg oder Misserfolg Ihrer früheren Werbeaktionen begründet war.

Folgende Fragen treten hierbei in den Vordergrund:

VI. Analyse bisheriger Werbeaktionen

Diesen Beitrag weiterlesen »

Web 2.0 Kommen Sie – steigen Sie ein

20. Mai 2010

Wir schreiben das Jahr 2003.

- Unendliche Welten haben sich inzwischen im World Wide Web aufgetan.

- Keine einzige Kommunikationseinrichtung hat eine solch rasante Entwicklung genommen wie das Internet.

Markus-Wegner_pixelio

In einem Vortrag spricht Scott Dietzen, damals CTO bei BEA Systems (einem Tochterunternehmen von Oracle) erstmals über das “Web 2.0″.

Zitiert und damit einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde der Begriff in einem Artikel von Eric Knorr, dem Chefredakteur des IDG Fachmagzins “InfoWorld”.

„”Web 2.0″ bezeichnet die Verwendung des Internets als universelle und standardbasierte Geschäftsplattform durch die Ausgliederung von immer mehr Webservices.“ So definiert es zumindest im Jahr 2006 Tim O’Reilly – ein Entwickler freier Software und der Kopf dieses neuen Paradigmas.

Soll also heißen, dass vermehrt Technologien zum Einsatz kommen, die dem Nutzer helfen sollen, erstellte Inhalte durch eine Verteilung im Web von den unterschiedlichsten Experten bearbeiten zu lassen. Hier wurde der Begriff des “Prosumers” geprägt!

Im Web 2.0 ist also Interaktion gefragt – vom passiven Nutzer aus Zeiten des Web 1.0, dem die Inhalte durch große Medienkonzerne zur Verfügung gestellt wurden, hin zum agilen Erwachsenen, der sich selbst mit einbringt.

Diesen Beitrag weiterlesen »

In Siebenmeilenstiefeln zum Erfolg – Teil 6

28. April 2010

Blogschritt6

Ihren Kundenstamm haben Sie im letzten Teil ausgiebig analysiert und definiert. Heute müssen Sie sich im ersten Schritt die Frage stellen, ob Sie Ihren bisherigen Kundenstamm bewerben möchten, oder auf der Suche nach Neukunden sind. Falls Sie sich dafür entscheiden, sich mit Ihrer Werbeaktion nur an Ihre bisherigen Kunden oder ehemaligen Kunden zu wenden, können Sie mit den Ergebnissen vom letzten Workshop ganz gut arbeiten.

Manchmal macht es durchaus Sinn, eine separate Werbeaktion nur an eine Zielgruppe zu richten, die Sie und Ihr Produkt bereits kennt. In diesem Fall können Sie inhaltlich ganz anders vorgehen als bei einer Neukundenwerbung, denn die Zielpersonen sind mit Ihnen und Ihrem Produkt vertraut.

Im zweiten Schritt sollten Sie überlegen, ob Sie Ihre gesamte aktuelle und ehemalige Kundschaft, deren Adressdaten Sie ja nun überprüft und aktualisiert haben, kontaktieren wollen, oder ob Sie sich nur an einen Teil wenden möchten. Es macht beispielsweise Sinn, auch mal eine separate Werbeaktion für Ihre treuen Stammkunden zu organisieren, oder aber auch zur Re-Aktivierung ehemaliger Kunden, gezielt diese anzusprechen.

In beiden Fällen müssen Sie jeweils dort ansetzen, wo Sie die Gründe dafür analysiert haben, warum Kunden von Ihnen abgesprungen sind oder warum Sie Ihnen treu bleiben. Sie müssen den Adressaten Ihrer Werbeaktion das Gefühl geben, dass Sie auf diese spezielle Kundenbeziehung Wert legen und auf deren Wünsche ganz individuell eingehen.

Bei einer solchen Aktion sollten Sie auf Exklusivität achten und eher eine hochwertige und teurere Werbeform auswählen. Der Adressatenkreis ist in diesem Fall deutlich kleiner als bei einer Neukundenwerbung, sodass der Stückpreis der Werbeaktion auch etwas höher liegen darf.

Falls Sie aber mit Ihrer Werbeaktion auch Neukunden ansprechen wollen kommen wir nun zur …

VI. Zielgruppenanalyse

1. Möchte ich neue Kunden in der bisherigen Zielgruppe meines Kundenstamms ansprechen oder neue Zielgruppen erschließen?

Diesen Beitrag weiterlesen »

In Siebenmeilenstiefeln zum Erfolg – Teil 5

13. April 2010

Blogschritt5

Im vorhergehenden Teil des Workshops haben Sie folgende Entscheidungen getroffen:

  • Sie haben den Weg bestimmt, auf dem Sie Ihre Werbung vertreiben wollen
  • Außerdem haben Sie festgelegt, in welchem Umfang Sie werben möchten
  • Als nächstes müssen Sie nun die Zielgruppe Ihrer Werbeaktion genau definieren. Dazu gehört zunächst…

    V. Die Analyse Ihres Kundenstammes

    Diesen Beitrag weiterlesen »